Was gegen den Umzug spricht
Die Stadt Krefeld hat ihre Gründe für einen möglichen Umzug in einer FAQ-Liste veröffentlicht. Hier stellen wir die Punkte zusammen, die aus unserer Sicht gegen den Umzug sprechen.
Zu jedem Punkt zitieren wir, was die Stadt selbst dazu schreibt. So können Sie sich ein eigenes Bild machen.
Planung & Zahlen
1Eine gefragte Schule wird ohne Not entwurzelt
„Das Gymnasium Horkesgath wird nicht deshalb betrachtet, weil es zu wenig Nachfrage gäbe. Die Schule ist nachgefragt und derzeit dreizügig.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Die Stadt bestätigt selbst: Das Gymnasium Horkesgath ist gefragt, und zwar genau hier, an diesem Standort. Die Nachfrage, mit der die Verwaltung eine Vierzügigkeit begründet, entsteht an der Horkesgath.
Der Umzug soll vor allem ein anderes Problem lösen: Nach dem Auslaufen der Robert-Jungk-Gesamtschule braucht das modernisierte Gebäude in Hüls eine neue Nutzung. Eine erfolgreiche Schule zu verpflanzen, um ein Gebäude zu füllen, stellt die Reihenfolge auf den Kopf. Schulplanung sollte sich an Kindern und Familien orientieren, nicht an Quadratmetern.
Wir bestreiten nicht den Bedarf an zusätzlichen Schulplätzen. Wir bestreiten, dass daraus die Notwendigkeit folgt, gerade das Gymnasium Horkesgath zu verlagern. Dafür braucht es einen nachvollziehbaren Vergleich der Standortvarianten unter Einbeziehung der bestehenden Bildungsangebote.
2Die Nachfrage in Hüls ist eine Hoffnung, keine Gewissheit
„Eine Garantie für zukünftiges Elternwahlverhalten lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Die Stadt rechnet in Hüls mit einem "gymnasialen Potenzial" von rund 70 Kindern pro Jahr. Schaut man genauer hin:
- Rund 120 Viertklässler gibt es pro Jahr an den beiden Hülser Grundschulen.
- 47,5 % davon, also rund 57 Kinder, haben eine uneingeschränkte Gymnasialempfehlung.
- Die übrigen rund 13 Kinder haben eine Realschulempfehlung mit eingeschränkter Gymnasialempfehlung.
- Nicht jedes dieser Kinder wird ausgerechnet dieses Gymnasium wählen.
Ein vierzügiges Gymnasium braucht Jahr für Jahr etwa 100 neue Fünftklässlerinnen und Fünftklässler oder mehr. Die Lücke müssten Kinder füllen, deren Schulweg durch den Umzug länger wird.
Die Stadt muss erwartete zusätzliche Anmeldungen aus Hüls und dem Umland den möglichen Verlusten aus dem bisherigen Einzugsgebiet gegenüberstellen.
3Hüls hat schon einmal nicht funktioniert
„Am Hauptstandort wurden wiederholt nicht genügend Schülerinnen und Schüler angemeldet, um die schulrechtlich erforderliche Mindestgröße sicher zu erreichen.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Trotz mehr als neun Millionen Euro Investitionen hat die Gesamtschule in Hüls nicht genug Anmeldungen erreicht. Auf die Frage, ob einem Gymnasium dort dasselbe drohen kann, antwortet die Stadt: "Zukünftiges Schulwahlverhalten kann nicht vollständig vorhergesagt werden."
Das Risiko einer zweiten Fehlplanung trüge diesmal eine Schule, die heute gut funktioniert. Und ein Zurück gäbe es kaum, denn die frei werdenden Räume an der Horkesgath sollen nach den Plänen der Stadt anders genutzt werden.
Ob ein Gymnasium in Hüls ausreichend nachgefragt wird, ist nicht belegt.
4Die Kostenrechnung ist unvollständig
„Eine abschließende Betrachtung muss allerdings auch mögliche Kosten berücksichtigen, die durch eine konkrete Verlagerung oder durch notwendige Anpassungen am Standort Hüls entstehen könnten.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Für einen Erweiterungsbau an der Horkesgath nennt die Stadt einen "zweistelligen Millionenbetrag", eine genaue Zahl steht in der FAQ nicht. Die Kosten des Umzugs selbst sind dagegen noch gar nicht beziffert: Anpassungen in Hüls, Sportstätten für den Sport-Leistungskurs, Räume für Theater, ein neuer HorkesAcker, zusätzliche Busverbindungen.
Außerdem: Die frei werdenden Räume an der Horkesgath sollen laut Stadt für "andere benötigte Schulplatzkapazitäten" genutzt werden. Der Raumbedarf am Standort verschwindet also nicht, er wird nur verschoben.
Wir fordern einen vollständigen, öffentlichen Kostenvergleich aller Varianten.
5"Etwas besser bewertet" reicht nicht
„In der Gesamtabwägung wurde die Variante eines möglichen Umzugs des Gymnasiums etwas besser bewertet.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Die Alternative, die Realschule Horkesgath nach Hüls zu verlagern, lag in der Bewertung der Verwaltung nach eigener Aussage nur knapp dahinter. Ein so knappes Ergebnis rechtfertigt keinen Eingriff dieser Tragweite in eine funktionierende Schule.
Wir fordern, die Kriterien der Abwägung und ihre Gewichtung vollständig offenzulegen, damit Eltern, Schülerinnen und Schüler und die Politik die Entscheidung nachvollziehen können.
Die Realschulvariante bleibt nach Aussage des Stadtdirektors grundsätzlich denkbar. Deshalb müssen die Kriterien, ihre Gewichtung und die vollständigen Kosten beider Varianten öffentlich gegenübergestellt werden.
6Irreführende Argumente zu pendelnden Schülern
„Mehr Gymnasiasten pendeln aus Hüls zum Gymnasium Horkesgath als Realschüler zur Realschüler Horkesgath.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Hier wird einfach komplett vergessen, das viele an der Realschule abgelehnt wurden und zur Gesamtschule mussten. Läuft diese aus, sieht die Sache ganz anders aus. Hier muss das Potential verglichen werden und nicht die aktuelle Situation.
Ein Vergleich muss neben den aufgenommenen Kindern auch unerfüllte Erstwünsche berücksichtigen. Wir verlangen entsprechende Zahlen nach Wohnort und gewünschter Schulform.
7Hohe Konkurrenz in Hüls
„Die Stadt sagt das ein Gymnasium besser in Hüls funktionieren würde: "Diese Daten sprechen dafür, dass für ein gymnasiales Angebot in Hüls andere Voraussetzungen bestehen als für die bisherige Gesamtschule.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Es wurde bereits mehrfach von der Stadt Krefeld und der Stadt Kempen bestätigt, dass die Schule in Hüls nicht ohne Schüler von Kempen funktioniert. Ein Gymnasium hätte die beiden Gymnasien und die Gesamtschule Kempen als Konkurrenz. Die beiden Gymnasien haben einen hervorragenden Ruf in Kempen.
Eine Realschule wäre mehr gefragt, da in Kempen keine existiert und somit erlaubt wäre die Schüler in Hüls zu beschulen.
Es gab dazu sogar schonmal eine Anfrage aus Kempen an die Stadt Krefeld. Heißt ein Standort Hüls mit Realschule wäre für viele Kempener Eltern ein Segen. Eine Realschule hat in Kempen sehr gut funktioniert und hatte vor der Abwicklung 995 Schüler. Eine Gesamtschule ist nicht für alle Eltern das präferierte Schulmodell.
Krefeld: Drucksache 1425/26, Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft (weiterführende Schulen),
insbesondere Seiten 12-15 zur Variante Gymnasium/Realschule Horkesgath.
Kempen: Vorlage 2013/0196/B40/1, Schulausschuss vom 26.09.2013 - dort ist ausdrücklich die Bereitschaft
Krefelds dokumentiert, Kempener Kinder an Krefelder Realschulen aufzunehmen.
Kempen: Vorlage 2013/0158/B40, Elternbefragung/Schulentwicklungsplanung 2013 - dort finden sich die
15/18/17 Realschulwünsche.
Krefeld: Vorlage 4176/22, Schulentwicklungsplan Sekundarstufe I 2023–2027 - dokumentiert die sich
verknappenden Realschulkapazitäten.
Schule & Profil
8Das Profil der Schule steht auf dem Spiel
„Es kann zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht zugesichert werden, dass jedes bestehende Angebot unter vollständig identischen Bedingungen fortgeführt werden kann.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Gebundener Ganztag, Sportprofil mit Sport-Leistungskurs, Theaterarbeit, der HorkesAcker, gewachsene Kooperationen: Das schätzen Familien an dieser Schule, und deshalb wählen sie sie.
Die Stadt nennt das pädagogische Profil selbst einen „wesentlichen Bestandteil ihrer Qualität und Attraktivität“ und kann gleichzeitig nicht zusagen, dass es erhalten bleibt. Wer eine Schule wegen ihres Profils wählt, darf erwarten, dass dieses Profil nicht zur Verhandlungsmasse wird.
Die Stadt erklärt, das Schulprofil erhalten zu wollen. Noch nicht nachgewiesen ist, wie seine wesentlichen Bestandteile am neuen Standort in vergleichbarer Qualität und ohne längere Unterbrechungen fortgeführt werden können.
9Sportprofil und Sport-Leistungskurs: Die Zusage zum Sportabitur reicht nicht aus.
„Der heutige Standort bietet dafür gute Rahmenbedingungen. […] Eine Zusage, dass sämtliche heutigen Bedingungen unverändert erhalten werden können, ist im derzeitigen Planungsstadium nicht möglich.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Ein Sport-Leistungskurs braucht Hallen, Außenanlagen und verlässliche Kooperationen. An der Horkesgath ist all das vorhanden und eingespielt. Für Hüls ist laut Stadt erst noch "zu prüfen", welche Infrastruktur nötig wäre.
Ein Profil, das über Jahre aufgebaut wurde, lässt sich nicht per Beschluss an einen anderen Ort verlegen.
Entscheidend ist, ob der bestehende Sport-Leistungskurs einschließlich seiner Trainings-, Unterrichts- und Prüfungsmöglichkeiten erhalten bleibt. Der Verweis auf Sport als viertes Abiturfach an einer anderen Schule ersetzt diesen Nachweis nicht. Erforderlich sind verbindlich verfügbare Sportstätten, realistische Wegezeiten und eine gesicherte Finanzierung.
10Der HorkesAcker lässt sich nicht einpacken
„Eine konkrete Planung liegt hierzu noch nicht vor.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Der HorkesAcker ist über mehrere Jahre gewachsen, im wörtlichen Sinn. Er ist Teil des MINT-Profils und der Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Boden, Beete und die Erfahrung vieler Jahrgänge lassen sich nicht mit dem Umzugswagen transportieren. In Hüls wären zwar die Flächen vorhanden, man müsste aber von vorn beginnen. Alles ist geplant und dokumentiert und die Kinder wissen über jede Pflanze bescheid.
11Das Engagement von Eltern und Förderverein wird entwertet
„Soweit Ausstattungsgegenstände an einen möglichen neuen Standort mitgenommen und dort weiter genutzt werden können, soll dies berücksichtigt werden.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Eltern, Ehemalige und der Förderverein haben über Jahre Geld, Zeit und Arbeit in „ihre“ Schule gesteckt. Vieles davon ist fest mit dem Ort verbunden.
Für alles, was nicht mitgenommen werden kann, gibt es bisher nur den Hinweis, dies müsse "im Rahmen der weiteren Planung geprüft werden". Wer ehrenamtliches Engagement ernst nimmt, sollte es nicht leichtfertig abschreiben.
12Ein Name mit Ortsbezug
Unsere Sicht
Der Name „Gymnasium Horkesgath“ wurde am 28. September 1970 vom Hauptausschuss des Rates beschlossen. Er verweist auf die Straße, an der die Schule steht, und auf den Horkeshof, einen der ältesten Höfe auf Krefelder Stadtgebiet, dessen Name sich bis 1431 zurückverfolgen lässt.
Seit mehr als 55 Jahren ist die Schule mit diesem Ort verbunden. In Hüls wäre der Name nur noch eine Erinnerung an einen Ort, an dem die Schule nicht mehr steht. Tradition allein spricht nicht gegen Veränderung. Aber Identität ist ein Wert, den man nicht leichtfertig aufgibt. Mehr zur Geschichte
13Das Schulzentrum ist mehr als ein Gebäude
„Ein Bildungsgangwechsel muss nicht automatisch mit einem Schulwechsel verbunden sein.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Diesen Satz schreibt die Stadt, um die geplante Sekundarschule in der Innenstadt zu begründen. Am Schulzentrum Horkesgath liegen Gymnasium und Realschule heute nebeneinander. Wechselt ein Kind die Schulform, bleibt es zumindest an seinem vertrauten Ort, mit seinen Wegen und Freundschaften.
Mit dem Umzug nach Hüls fiele diese Nähe weg.
14Die Unsicherheit schwächt die Schule bereits vor einem möglichen Umzug
„die konkrete Organisation und der mögliche zeitliche Ablauf einer Verlagerung“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
So steht es in der Liste der Fragen, die laut Stadt noch offen sind. Der Umzug einer ganzen Schule dauert Jahre. Ob er auf einen Schlag oder jahrgangsweise erfolgen soll, mit Teilstandorten, Pendelverkehr oder Übergangslösungen: Das alles ist ungeklärt.
Für die Kinder, die heute die Klassen 5 bis Q2 besuchen, bedeutet das Unsicherheit mitten in der Schullaufbahn, im ungünstigsten Fall eine Schule an zwei Orten.
Nach Angaben der Schulleiterin, über die die WZ berichtet, hat die aktuelle Unsicherheit bereits zu etwa 20 Abmeldungen geführt, insbesondere in den Klassen 9 und 10. Gleichzeitig sei das Interesse an Neuanmeldungen für die fünften Klassen gesunken. Die Standortdebatte hat damit nach dieser Darstellung schon heute Folgen. Die Stadt muss erklären, wie sie die bestehende Schule während des gesamten Entscheidungs- und Übergangsprozesses stabilisieren will.
15Makerspace wirklich umsetzbar mit aktuellem Konzept?
„Die Stadt hat in Gesprächen gesagt das wir uns den Makerspace ja so machen könnten wie wir möchten, z.B. Drucker im aktuellen SLZ.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Geräte mitzunehmen bedeutet noch nicht, den MakerSpace zu erhalten
Der heutige MakerSpace verbindet Konstruktion, digitale Gestaltung, Fertigung und gemeinsames Arbeiten in zusammenhängenden Räumen. Nach Einschätzung der MINT-Fachschaft würde eine Verteilung der Ausstattung über das Gebäude Aufsicht, Arbeitsabläufe und offenen Zugang erschweren. Gleichwertigkeit muss deshalb anhand des gesamten Lernkonzepts nachgewiesen werden – einschließlich technischer Anschlüsse, Sicherheit, Personalaufwand und regelmäßiger Nutzungsmöglichkeiten.
16Auch regulärer Musikunterricht benötigt geeignete Räume
„Es sollen möglichst keine Profile der Schule verloren gehen.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Die Fachschaft Musik sieht am Reepenweg unter den besichtigten Bedingungen keine ausreichende Grundlage, um den bisherigen Musikunterricht und das erweiterte Musikangebot gleichwertig fortzuführen. Es geht nicht nur um eine freiwillige Arbeitsgemeinschaft, sondern um Unterricht im Klassenverband, Instrumentalunterricht und Ensemblearbeit. Vor einer Standortentscheidung muss ein belastbares Fachraumkonzept vorliegen.
17Schwächere Oberstufe gefährdet die Vielfalt des MINT-Angebots
„Es sollen möglichst keine Profile der Schule verloren gehen.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Die MINT-Fachschaft warnt, dass sinkende Schülerzahlen die Durchführung von MINT-Kursen, Facharbeiten und anspruchsvollen Projekten erschweren könnten. Damit wäre nicht nur die Größe der Schule betroffen, sondern ein wesentliches Qualitätsmerkmal ihres Bildungsangebots. Eine Standortprognose muss deshalb auch die langfristige Tragfähigkeit der Oberstufe und ihrer Kurswahlmöglichkeiten untersuchen.
18Theater ist auch abiturrelevanter Unterricht
Unsere Sicht
Eine gelegentlich verfügbare Turnhalle ersetzt keinen Theaterunterricht.
Literatur-Theater ist am Gymnasium Horkesgath ein regulärer Oberstufenkurs mit Bedeutung für die Abiturnote. Auch die Theater-Arbeitsgemeinschaften proben regelmäßig. Eine mobile Bühne oder eine Ausweichhalle sichert dieses Angebot deshalb noch nicht. Erforderlich ist ein dauerhaft und verlässlich nutzbarer Lern- und Aufführungsort mit geeigneter Technik.
19Ganztag zu erhalten heißt mehr, als Unterricht am Nachmittag anzubieten
Unsere Sicht
Der gebundene Ganztag am Horkesgath verbindet Unterricht, Förderung, Bewegung, Kultur und technische Bildung. Seine Angebote sollen unabhängig von den Möglichkeiten des Elternhauses zugänglich sein. Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob am Reepenweg weiterhin Ganztag stattfindet, sondern ob die bisherigen Schülerinnen und Schüler diese Angebote weiterhin tatsächlich erreichen und nutzen können.
20Ein neuer Garten wäre nicht vom ersten Tag an ein gleichwertiger Ersatz
Unsere Sicht
Nach Einschätzung der Projektverantwortlichen wären etwa drei Jahre Bodenaufbau erforderlich, bevor am neuen Standort eine vergleichbare Bodenfruchtbarkeit erreicht wäre. Der Umzug würde daher nicht nur zusätzliche Kosten verursachen, sondern über mehrere Schuljahre die Nutzungsmöglichkeiten eines bestehenden Lernorts einschränken. Diese Übergangsverluste müssen in die Standortbewertung einfließen.
Schulwege & Stadt
21Längere Schulwege für viele Familien
„Für einen Teil der heutigen Schülerinnen und Schüler würde sich der Schulweg bei einem Standortwechsel nach Hüls verändern und möglicherweise verlängern.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Die Familien, die das Gymnasium Horkesgath heute wählen, haben sich bewusst für diese Schule und diesen Standort entschieden. Hüls liegt am nördlichen Stadtrand. Für viele Kinder würde der Weg deutlich länger, oft mit dem Bus statt mit dem Fahrrad, mit früherem Aufstehen und weniger Zeit für Hausaufgaben, Sport und Freunde.
22Doppelter Verlust für Innenstadt und Westen
„Die Stadt muss ein bedarfsgerechtes und erreichbareres Schulangebot für das gesamte Stadtgebiet sicherstellen. Dabei können nicht alle Schulformen in jedem Stadtteil vorgehalten werden.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Gleichzeitig mit dem möglichen Umzug schlägt die Verwaltung vor, das Hannah-Arendt-Gymnasium in der Innenstadt auslaufend zu schließen. Beides zusammen würde das gymnasiale Angebot in der Stadtmitte und im Krefelder Westen deutlich ausdünnen, während am Stadtrand ein neues entsteht.
Ein zentral gelegenes, gut erreichbares Gymnasium sollte man in dieser Lage nicht auch noch verlegen.
23Bildungsgerechtigkeit braucht kurze Wege
„Dazu gehören erreichbare Schulen, Ganztagsangebote, individuelle Förderung und Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Die Stadt nennt Erreichbarkeit selbst als Kriterium für Bildungsgerechtigkeit. Gebundener Ganztag bedeutet Schule bis in den Nachmittag. Kommt eine lange Busfahrt hinzu, werden die Tage für Kinder und Jugendliche sehr lang.
Besonders Familien ohne Auto oder mit wenig zeitlichem Spielraum trifft ein weiter Schulweg. Erreichbarkeit ist kein Komfortthema, sondern eine Frage der Chancengleichheit.
24Mobilität ungeklärt
„Busverbindungen und Kapazitäten ausreichen, muss laut Stadt erst noch geprüft werden.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Eine Umsetzung so viele Schüler nach Hüls zu schicken muss geklärt sein. Vor allem vom aktuellen Wohnort der Schüler gibt es in einigen Gebieten wirklich lange Schulwege. Beispiel wäre hier die Aldekerker Straße.
25Der Standort erfüllt auch Aufgaben für andere Schulen und die Region
Unsere Sicht
Das Gymnasium Horkesgath stellt Infrastruktur für schulübergreifende Sportqualifizierung und die Weiterbildung von Lehrkräften bereit. Eine Verlagerung muss deshalb auch untersuchen, ob diese Funktionen gleichwertig fortgeführt werden können und welche zusätzlichen organisatorischen oder finanziellen Belastungen entstehen.
Beteiligung & Verfahren
26Erst klären, dann entscheiden
„Mehrere wichtige Fragen sind noch offen und müssen im weiteren Verfahren konkretisiert werden.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Die Stadt nennt selbst sieben offene Punkte:
- Organisation und zeitlicher Ablauf der Verlagerung
- Schulwege, Schülerverkehr und ÖPNV
- Räume für Sport und Sport-Leistungskurs
- Theaterarbeit, HorkesAcker und weitere Projekte
- Ausgestaltung des gebundenen Ganztags
- Situation der pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- mögliche zusätzliche Investitionen in Hüls
Das sind keine Details, das ist der Kern der Sache. Eine Richtungsentscheidung, bevor diese Fragen beantwortet sind, schafft Fakten ohne Grundlage.
27Eltern und Schüler gehören an den Tisch
„Im weiteren Verfahren sollen die Mitwirkungsgremien der betroffenen Schulen ausdrücklich einbezogen werden.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Bisher gab es laut Stadt Workshops und Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Schulen. Die Mitwirkungsgremien, also Schulkonferenz, Schulpflegschaft und Schülervertretung, sollen erst „im weiteren Verfahren“ einbezogen werden.
Wir fordern: Die Menschen, die es betrifft, müssen gehört werden, bevor Weichen gestellt werden, nicht danach.
28Es gibt Alternativen
„Beide Varianten wurden im bisherigen Planungsprozess betrachtet.“
Quelle: FAQ „Weiterentwicklung der Krefelder Schullandschaft“ der Stadt Krefeld, Stand 17.09.2026
Unsere Sicht
Für das Gebäude in Hüls hat die Verwaltung selbst mehrere Nutzungen geprüft, zuletzt neben dem Umzug des Gymnasiums auch die Verlagerung der Realschule Horkesgath. Eine vierte Parallelklasse am Gymnasium ist ein Planungsziel der Verwaltung. Ob es besser durch einen Umzug oder durch eine Erweiterung am Standort erreicht wird, lässt sich ohne veröffentlichte Zahlen nicht beurteilen.
Wir erwarten, dass Alternativen ernsthaft und öffentlich geprüft werden, statt eine funktionierende Schule zu verlagern.
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